Kryštof Trubáček

Kryštof Trubáček a Václav Havel

Der akademische Maler und Glaser Kryštof Trubáček (geb. am 15.2.1958 – gest. am 19.6.2000) hat von 1982 – 1989 an der Hochschule für Kunstgewerbe bei den Professoren J. Malejovsky, S. Libensky und J. Svoboda studiert. In den Jahren 1986 – 1987 hat er bei Professor R. Bossaert an der École Nationale Superieure des Arts Decoratifs in Paris im Skulptur- und Keramikatelier studiert. Im Jahr 1992 hat ihm die Stiftung Fondation S. Buffat ein halbjähriges Praktikum in Genf in der Schweiz ermöglicht.

Sein starkes künstlerisches Talent tritt aus den Glas- und Bronzeskulpturen, den einfallsreichen bunten Glasmalereien, den Reliefs und Gemälden hervor. Er hat künstlerisch an vielen Interieuren zusammengearbeitet. Gleichzeitig hat er auch dem breiteren Kreis des Theaters Sklep und der Baletteinheit Křeč angehört, in deren Vorstellungen er noch vor dem Jahr 1989 erschienen ist. Zu Beginn der neunziger Jahre, als sich diese gesamte Generationsgruppe nach Jahren zurückgehaltener Energie in eigene Projekte stürzte, verlegte Kryštof im Jahr 1991 seine Keramikwerkstatt von Prag nach Maires bei Zlabings und gründete die Maříž-Keramik.

Direkt in Zlabings hat Kryštof dann zusammen mit dem Architekten David Vávra und weiteren Freunden aus der Pariser Kunstszene die „Zlabinger Sommerschule für geistige Experimente und Kunsttheorie in der Praxis“ gegründet. Die Zlabinger Sommerschule hat nach dem Jahr 1989 zu den ersten wirklich professionell geführten und gleichzeitig deutlich die kreative Freiheit fördernden Bildungswerkstätten für bildende und dramatische Kunst gehört. Kryštof ist auch Gestalter des Interieurs der Bar Besídka in Zlabings.

In Prag hat Kryštof Trubáček einige Jahre lang die Dramaturgie der Gallerie U Řečických bestimmt, zu seinen dortigen sehenswertesten Projekten gehörte die Ausstellungsserie mit dem Namen Hapestetik, die auch für blinde Menschen bestimmt war. Die breite Öffentlichkeit kann sich auch an sein Projekt Totální velbloud aus dem Jahr 1993 erinnern. Kryštof hat die Hauptstadt damals mit einer Serie an Gemälden, Skulpturen und Fotografien der afrikanischen Wüste beherrscht. Bestandteil dieser ganzen Präsentation waren auch drei Meter hohe Kamel-Skulpturen, die durch die Moldau schreiten oder eine besondere Vorstellung des Theaters Sklep. „Es geht nicht um die Kamele und Wüsten, sondern um die Eindrücke, die der Mensch hat, wenn er in einem unendlichen Raum mitten in der Sahara steht und weiß, dass in jede Richtung fünfhundert Kilometer Gestein und Sand liegt. Es ist eigentlich ein allgemeiner Grundsatz, der mithilfe von Wüsten und stilisierten Kamelen zum Ausdruck gebracht wird.“, antwortete Kryštof im Interview, das am 10. Juni 2000 in der Zeitung MF Dnes erschienen ist, um die Frage, wieso gerade Kamele, zu beantworten.

„Wenn du etwas nicht mit dem Herzen tun kannst, dann tu es lieber gar nicht, es ist es nicht wert.“

Kryštof Trubáček